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Blogbeitrag für Mitko Tennis

Wahrscheinlich kennt Ihr den Comedian Dieter Nuhr. Man kann ihn originell, lustig, zynisch oder unlustig finden. Doch darum geht es hier nicht. Nuhr hat sich an einer Werbeaktion des Deutschen Tennisbunds für den Tennissport beteiligt. Neben seinem Foto steht da folgendes: „Ab und zu lasse ich mir in …… bei der …..-Academy zeigen, was ich alles falsch mache. Die sind sensationell. Leider finden sie immer was Neues… .
Kennt Ihr vielleicht auch, begegnet mir als Trainer immer wieder. Wenn ich neue Kund:innen vor dem ersten Training frage, was sie denn vom Training erwarten, dann kommt doch sehr häufig die Antwort: „Coach, zeige mir, was ich falsch mache.“
Dieser Blick auf „Fehler“ führt zu einer negativen Denkschleife, im schlimmsten Fall denkt dann unsere Spieler:in im Match in kritischen Situationen zuerst an ihre „Fehler“. Und dann wird es eng. Gleichzeitig Nachdenken und Spielen geht nicht, sagen uns Neurowissenschaft und Gehirnforschung. Spieler:innen müssen in der Lage sein, im Training und im Spiel kreative Lösungen für schwierige Aufgaben selbst zu entwickeln.
Wie soll ich zum Beispiel einen Passierball erfolgreich spielen, wenn ich gleichzeitig damit beschäftigt bin, mir Gedanken über die „richtige“ Beinstellung beim Rückhandschlag zu machen? Deshalb erscheint es effektiver, wenn der Coach Aufgaben stellt, die die Entwicklung von
(individuellen) Technik- und Taktiklösungen unterstützen. Da sind, hoppla, Fehler ganz wichtig, weil sie Teil des Lernprozesses sind. Nicht ständige Vorgaben des Coaches mit Korrekturen der immer gleichen Übung sind die Lösung, sondern ständig wechselnde Aufgabenstellungen. Das nennt sich differenzielles Lernen. Mehr Informationen dazu findet Ihr auf dem Blog www.innercoaching-blog.de.

Tennis wird im Kopf entschieden

Literaturtipp: Memmert/Leiner: Tennisspiele werden im Kopf entschieden. Aachen 2020. Mit tollen Spielformen!

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„Kinder erzielen keinen Lernzuwachs in der kreativen Lösung taktischer Aufgaben, wenn ihr Aufmerksamkeitsfokus permanent durch konkrete Anweisungen und Hinweise eingeengt wird.“ (ebda S 51)

„Bewegungsbiografiestudien und auch Feldexperimente deuten darauf hin, dass das Deliberate Play (unangeleitetes und möglichst freies Experimentieren in spielnahen und unstrukturierten Situationen in der Kindheit, F.H.) in der Kindheit und Jugend die Kreativität von aktuellen Nationalmannschafts- und Bundesligaspielern beeinflusst hat. Nicht angeleitetes Agieren kann somit zum Ausprobieren unterschiedlichster Antwortvariationen führen.“ (ebda S 61)

„Geringe Instruktionsgaben seitens der Trainer führen dazu, dass Kinder und Jugendliche besser in der Lage sind , kreativere und variantenreichere Lösungsmöglichkeiten zu generieren als jugendliche Tennisspieler, die ständig mit aufmerksamkeitslenkenden Hinweisen in den Schulungseinheiten konfrontiert werden.“ (ebda S 61)

„…ist es dennoch ratsam, dass Trainer aufgrund der limitierten Kapazität des Arbeitsgedächtnisses bei taktischen Anweisungen, Instruktionen oder Besprechungen nicht zu viele Informationen zur gleichen Zeit geben….“ (ebda S 64)

Dance

Differenzielles Lernen im Tennistraining. Rückhand. Differenzen in der Bewegung zum Ball (die im Video hinterlegte Musik ist nicht die im Training verwendete). Vorgabe A: linkes Bein zwei mal hoch wie im „Line dance“, danach rechtes Bein, danach im Wechsel, … Keine Wiederholung der identischen Bewegungsform in weiteren Trainingseinheiten. Weitere Differenzen möglich (Zwischenschritte, Veränderung der Ziele, Veränderung des Zuwurfs/Zuspiels in Höhe und Drall, Veränderung der Position der Pylone, langsamere oder schnellere Hintergrundmusik, …)

Pressure and constraints


Whats that good for?
Differential learning, constraints, pressure, psychology,… Your ideas? #differentiallearning #constraints #psychologie #tennis #coaching #tms

The plan: differential learning, psychological coaching, changing constraints, changing scoring, changing first ball. Constraint: field size, „play the ball over the yellow line“

Variations:

  • constraint only on one side
  • same constrains on both sides
  • different constraints on both sides
  • coach is playing balls in
  • players play the ball in (first ball in the middle)
  • different position of the yellow line
  • volley and smash can be played in the whole court
  • with service, only one player is serving
  • with service, normal game
  • with service, matchtiebreak
  • play until one player has eleven points, than play a second set, counting backwards from the final score (f.e. 11:4, A needs now 11 points, B 4 points to win). You need both sets for winning.