Schlagwort-Archive: Differenzielles Lernen

Leserbrief

Leserbrief

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „TennisSport 3/2015“ finden sich zwei unterschiedliche Einschätzungen des differenziellen Lernens nach Schöllhorn: Freddy Siegenthaler, ehemaliger Swiss Tennis Stützpunkttrainer empfiehlt das differenzielle Lernen (nach Schöllhorn) bei der Entwicklung und Verbesserung des 1. Aufschlags im Tennis (S. 3). Im gleichen Heft kritisiert Alexander Ferrauti das differenzielle Lernen als wenig Erfolg versprechend. Die praktischen Unterrichtserfahrungen widersprechen ihrer Ansicht nach „eindeutig den Axiomen des differenziellen Lernmodells“ (S. 22) Leserbrief weiterlesen

Methodische Hilfsmittel

Methodische Bewegungshilfen sind ein beliebtes Instrument, um das Bewegungslernen zu erleichtern.  Das beginnt mit dem Laufstuhl für Kinder, mit dem ihnen das Laufen Lernen erleichtert werden soll, genauso zähle ich auch das Buchregal, an dem sich das Kind hochzieht, zu den methodischen Hilfsmitteln.

Methodische Bewegungs- oder Gerätehilfen im Tennis sind zum Beispiel das Hochnetz, das das Erlernen des Topspin-Schlags erleichtert. der Speed-Ball, Methodische Hilfsmittel weiterlesen

Spielverlagerung

Der Schwerpunkt meiner Betrachtungen im  INNER COACHING Blog liegt beim Tennistraining. Die beschriebenen Überlegungen zu einem effektiven Lehren und Lernen motorischer Bewegungen haben natürlich haben natürlich auch eine Bedeutung für den Teamsport.
Marco Henseling, bei spielverlagerung.de für die Trainingstheorie im Fußballtraining zuständig hat mir dieser Tage spannende Infos und Literaturtips gemailt. Vielen Dank!
„Ich verfolge ihre Seite schon seit einiger Zeit mit großem Interesse, weil all ihre methodischen Ansätze auch von mir vertreten werden. Im November bringe ich zusammen mit René Maric (spielverlagerung.de) ein Buch über Trainingsmethodik im Fußball heraus („Fußball durch Fußball“ – Verlag die Werkstatt). Darin vollziehen wir eine totale Abkehr von klassischen Lehrmethoden und zeigen auf, was die Wissenschaften sagen und wie man das auf die Praxis übertragen kann. Wir zitieren über 130 Studien, Aufsätze, Dissertationen etc. Darunter auch Daniel Memmert, Markus Raab und Wolfgang Schöllhorn. Ich kann ihnen insbesondere die erste Dissertation von Markus Raab ans Herz legen („SMART – Techniken des Taktiktrainings, Taktiken des Techniktrainings“). Darin befasst sich Raab mit der Frage, unter welchen Umständen implizite Lehrmethoden geeignet sind und unter welchen Umständen explizite. Leider ist diese Dissertation nicht im Internet zu finden.
Daniel Memmert hat seine Forschungsergebnisse der letzten Jahre zum Thema „Kreativität“ zusammengestellt. Das habe ich ihnen mal angehängt.
Nonlinear pedagogy. Das ist ein ganzheitliches Lehrmodell, in dem beschrieben wird, dass durch Variationen der Lernumgebung bestimmte Aspekte implizit gefördert werden. Indem auch nur ein einzelner Aspekt verändert wird (Größe des Feldes, Anzahl der Spieler, zulässige Ballberührungen), wird Einfluss auf andere Bereiche genommen (Variation der Feldgröße ändert Spielintensität, Anzahl der Spieler erhöht Entscheidungsvielfalt, Beschränkung der Ballberührungen erfordert schnellere Entscheidung und Verarbeitung etc.). Auf diese Weise wird der Informationsgehalt der Übung multiplikativ gesteigert. Das Konzept TGfU (Teaching Games for Understanding) zählt dazu.
…..In ihrem Artikel „Differenzielles Lernen – Kritik“ haben sie einen Fehler hinsichtlich der Systematik des differenziellen und impliziten Lernens gemacht: Das differenzielle Lernen steht nicht neben dem impliziten Lernen, sondern es gehört zu den impliziten Lehr- und Lernmethoden. Das Erlernen von Bewegungen (Techniken) durch die differenzielle Methode fußt ja ebenso auf dem Prinzip der Selbstorganisation, wie das auch beim Entscheidungstraining der Fall ist, wo die Sportler in viele Situationen gebracht werden, in denen sie permanent Entscheidungen treffen müssen. Die Bewegung/Technik ist ja nichts anderes als die Ausführung einer zuvor getroffenen Entscheidung/Taktik. Raymond Verheijen,  spricht daher passender Weise von „funktioneller Technik“ im Sinne des action approach. Im Prinzip kann man sagen, dass das differenzielle Lernen in Spielformen bzw. spielnahen Übungen automatisch zur Anwendung kommt. Denn in Spielformen kommt es durch den Gegnerdruck immer zu Schwankungen. Dadurch findet eine Selbstorganisation der Entscheidung (Taktik) und der Bewegung (Technik) in einer systemdynamischen Umgebung statt, sodass zeitgleich die taktischen und technischen Aspekte trainiert werden.
…..“

Differenzielles Lernen – Kritik

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „TennisSport 3/2015“ finden sich zwei unterschiedliche Einschätzungen des differenziellen Lernens nach Schöllhorn.

Freddy Siegenthaler, ehemaliger Swiss Tennis Stützpunkttrainer empfiehlt das differenzielle Lernen (nach Schöllhorn) bei der Entwicklung und Verbesserung des 1. Aufschlags im Tennis (S. 3).

Im gleichen Heft kritisieren Ferrauti/Maier/Weber das differenzielle Lernen als wenig Erfolg versprechend. Die praktischen Unterrichtserfahrungen widersprechen ihrer Ansicht nach „eindeutig den Axiomen des differenziellen Lernmodells“ (S. 22)

Im INNER COACHING (TMS) greifen wir häufig auf das differenzielle Lernen zurück und haben damit, im Unterschied zu Ferrauti et al., in der Praxis sehr gute Erfahrungen gemacht.

Woran liegt das?

Möglicherweise besteht die unterschiedliche Rezeption des differenziellen Lernens daran, dass Schöllhorn so verstanden wird, dass motorisches Bewegungslernen und die Entwicklung einer erfolgreichen Technik sich ausschließlich mit differenziellem Lernen realisieren lassen. Dies kann natürlich so nicht funktionieren, da bei den Rückschlagspielen auch z.B. die Taktik und die Anwendung einer zur taktischen Anforderung passenden Technik von Bedeutung sind.

Dies lässt sich alleine mit differenziellem Training nicht erlernen und entwickeln. Differenzielles Training ist aber immer ein Bestandteil von implizitem und spielorientiertem Lehren und Lernen.

Deshalb ist wie bei Siegenthaler auch im INNER COACHING (TMS) das differenzielle Lernen EIN hilfreiches Element in der Technikentwicklung.ic

In the current issue of the journal „Tennis Sport 3/2015“ there are two different estimates of the differential learning by Schöllhorn.

Freddy Siegenthaler, former Swiss tennis Coach recommends the differential learning (according to Schöllhorn) in the development and improvement of the 1st serve in Tennis (p.3).

In the same issue Ferrauti / Maier / Weber criticize the differential learning as promising little success. The practical teaching experiences contradict from their view, „clearly the axioms of differential learning model“ (p.22)

In INNER COACHING (TMS), we often rely on the differential learning and have very good experience in our practice unlike Ferrauti et al.

Why is that?

Perhaps the different reception of differential learning is, that Schöllhorn is understood that motorized movement learning and the development of a successful technology can be realized only with differential learning. This may not work, because in racket games, for example, tactics and the use of appropriate technology for tactical requirements are important.

This can not be learned only with differential training, but it is an important module in implicit and game-based learning and teaching!

Therefore, with Siegenthaler and INNER COACHING (TMS), differential learning is a useful element in the development of technology.

Overworking pushes creativity

college student studyingWenn es beim Bewegungslernen und im Training gelingt, den präfrontalen Cortex und damit das Nachdenken über eine Bewegung zu dämpfen, dann erhöht das die Kreativität bei der Problemlösung und damit der Entwicklung einer adäquaten Schlagtechnik.

Im Differentiellen Lernen begegnen wir diesem Phänomen ebenfalls, wenn wir vom „Flutschen“ oder vom „Flow“ reden.  Dieser Zustand tritt vor allem im Zustand der Ermüdung während einer Trainingsform ein. Beschrieben habe ich das in einem Beitrag zur  Defokussierungs- oder „low-arousal-theorie“.

In einem spannenden Beitrag in Scientific American Overworking pushes creativity weiterlesen

Motorisches Lernen im Golf – eine Dissertation

Klaus Joachim Wewetzer

In seiner Dissertation zum „Motorischen Lernen in der Sportart Golf“ hat Dr. Klaus Joachim Wewetzer die Wirksamkeit von implizitem und diffenziellem Lernen  für Anfänger in der Sportart Golf untersucht.

Für unseren Inner Coaching Lehr- und Lernansatz sind die Ausführungen von Wewetzer immer wieder eine inspirierende Quelle.

In der folgenden Tabelle Motorisches Lernen im Golf – eine Dissertation weiterlesen

Open the tunnel

maximized_courtModifikationen der Spielregeln im Training können und sollen zu Irritationen führen. Irritationen sind Elemente eines systemisch-konstruktivistischen Beratungskonzepts. Systemische Beratung zielt, bei gleichzeitiger Wertschätzung der Kunden und Klienten, auf Irritation und „Ver-Störung“.

Irritiert werden sollen dabei nicht die Menschen, sondern deren Wahrnehmungs, – Gefühls- und Deutungsmuster, sofern diese sich stellenweise als Sackgasse oder zu eindimensional erweisen. „Regeländerungen“ und ungewöhnliche Aufgabenstellungen sind deshalb gute Stilmittel, um diese Irritationen mit einer gewissen Leichtigkeit wirken zu lassen und den eingetretenen „Tunnelblick“ für ausgeblendete Möglichkeiten zu weiten. Dadurch können Blockaden im spieltaktischen Denken und  Ängste (z.B. die Angst, den Ball ins Aus zu spielen) gelöst werden. Open the tunnel weiterlesen

Inner Coaching Drill: „Skiplow“


Inner Coaching Drill is a video of TMS-the mobile tennis school. “Skiphigh” is an Inner coaching drill from differencial learning. More information on the scientific background, why we almost can entirely dispense on technique instructions in Inner Coaching and many other drills and instructions can be found on the blog www.innercoaching-blog.de.

“Skiplow” ist einer weiterer Drill aus dem Inner Coaching Inner Coaching Drill: „Skiplow“ weiterlesen