Aufschlag und Rhythmus

amsterdamDer Aufschlag beim Tennis hat einen 3er- Rhythmus. Wenn Du Deinen Aufschlag mit dem Wort „Am-ster-dam“ verbal und gedanklich begleitest, dann ist das eine gute Inner Coaching Übung. Diese „Hilfestellung“ oder „Eselsbrücke“ kannst Du dann auch gut in der Wettkampfsituation anwenden. Wenn es Dir sogar gelingt, Amsterdam zu visualisieren, dann sollte diese Rhythmusübung Dir zu einem erfolgreichen Aufschlag verhelfen.

„Rapid Drills“

Drills, deren Fokus auf „hoher Schlagzahl in kurzer Zeit“ liegt (z.B. schnelle Zuwürfe des Trainers aus kurzer Entfernung) haben den „Trick the mind“-Effekt. Durch das schnelle Zuspiel bleibt keine Zeit, sich über die technische Ausführung Gedanken zu machen und die „passende Technik“ zur Lösung der Bewegungsaufgabe entwickelt sich „von selbst“.

„Gehen lernen“

Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie Gehen gelernt haben? In der Regel brauchten Sie dazu keinen Lehrer/in oder Trainer/in. Sie haben sich an den “Vorbildern” um Sie herum orientiert. Sie haben es so lange probiert und probiert, bis Sie die ersten eigenstaendigen Schritte in die Arme Ihrer Mutter oder Ihres Vaters geschafft haben.

Sicher, die Unterstuetzung und Begleitung durch groessere Menschen war hilfreich, zum Beispiel, wenn sie Sie an die Hand genommen haben. Auch geeignete Rahmenbedingungen waren wichtig: der Stuhl zum Hochziehen, das Buecherregal als erreichbares Ziel, etc.. Sie haben Gehen gelernt, durch staendiges Ausprobieren und Ueben. Jeden Tag, jede Stunde. Nicht durch woechentliches Training unter Anleitung.

Stellen Sie sich nun mal vor, Sie haetten einen Gehtrainer/in gehabt, der Ihnen staendig gesagt haette: Nimm zuerst das linke Bein vor, dann das andere im richtigen Winkel nachsetzen, Oberkoerper aufrecht halten, jetzt loslaufen, jetzt festhalten, jetzt den Fuss nach vorne setzen, den Kopf gerade halten…

Ich denke, Sie haetten es trotzdem geschafft, aber Sie haetten laenger gebraucht und Sie haetten vor lauter Frust und Verzweiflung vielleicht die Lust am Gehen verloren.

Nicht anders, so unsere Philosophie, ist es mit dem Erlernen des Tennisspiels. Tennis ist mit Sicherheit genauso schwierig zu erlernen wie das Gehen. Sie haben die Faehigkeit, es eigenstaendig zu erlernen. Ihr Tennistrainer/in ist dazu da, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um Ihnen Ihre Schritte zu erleichtern. Er nimmt Sie “an die Hand” und begleitet und unterstuetzt Sie auf Ihrem Weg.

Unser Inner Coaching-Ansatz im Tennistraining ist das Ergebnis eines langen Erfahrungsprozesses in Training, Lehre und Beratung. Wir haben ihn aus diesen Erfahrungen und Erlebnissen heraus entwickelt und mit Elementen aus der suggestopädischen Pädagogik und der systemischen Beratung verknüpft. Dabei waren uns die vielen Rückmeldungen aus unserer Praxis und die Literatur zum Thema eine große Hilfe (siehe Literaturangaben unter “Tennis mit allen Sinnen”).

Schlechte Gedanken in den Papierkorb!

Psychologen präsentieren ein vergleichsweise simples Rezept, um negative Gedanken aus dem Kopf zu bekommen: Unerwünschte negative Gedanken können einfach weggeworfen werden. Zu diesem Resultat ist eine aktuelle Studie der Ohio State University http://www.osu.edu/ gekommen. Das Niederschreiben negativer Gedanken auf Papier und das Wegwerfen des Schriftstücks löscht diese auch im Gehirn. Menschen markieren mental ihre Gedanken als Müll oder als wertvoll.“

Science ORF

 

 

Matchsimulation

Mal ein Beitrag, der eigentlich eher in den Bereich „Mental-Training“ gehört:

Oft ist es schwierig, Wettkampfsituationen im Training realistisch zu simulieren. Sinnvoll ist es trotzdem, im Training Situationen herzustellen, bei denen die Spieler/innen unter Druck stehen. Nur so lerne ich damit umzugehen.

Eine Möglichkeit ist, die Rahmenbedingungen im Training zu verändern. Stresssituationen ergeben sich beispielsweise durch:
-Trainingszuschauer die die Aufgabe bekommen, den Spieler ständig laut zu kritisieren
-vor dem Trainingsmatch wird ein altes und nicht mehr griffiges Griffband aufgezogen
-Spiel mit unterschiedlichen Bällen
-Trainingsmatch bei lauten und störenden Nebengeräuschen

„Zähl leise Deine Schritte mit“

Einen spannenden Effekt hat folgende Übungsform: die Spieler/innen haben die Aufgabe, beim Einspielen von der T-Linie, nach jedem Schlag fünf schnelle Tappings zu machen. Die Anweisung lautet: „Mach genau 5 Tappings, keinen mehr, keinen weniger. Zähl leise mit!“

Mit Beginn der Umsetzung nehmen die Fehler deutlich ab, die Ballwechsel werden länger. Die Konzentration auf die Beinarbeit lenkt die Aufmerksamkeit vom Nachdenken über die Schlagbewegung weg. Eine typische „Trick the mind“-Übung.

Die Tricks unseres Gehirns….

„Konzentration entsteht durch die Aktivierung hemmender Neuronen, die ihrerseits wiederum die Neuronen in angrenzenden visuellen Regionen, die die Aufmerksamkeit ablenken könnten, unterdrücken. … Je angestrengter man sich konzentriert, desto stärker wird das Zentrum der Aufmerksamkeit aktiviert und das Umfeld unterdrückt.“ Stephen L. Macknick, u.a.: Die Tricks unseres Gehirns, S. 208)

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