Happy Easter or the „Easter-Bunny-Pedagogy“

Happy Easter, dear innercoaching-blog.de followers!

This reminds me of a conversation with Prof. Wolfgang Schoellhorn in which he explains the differences between differential learning and a hidden traditional  „I-know-how-to-do-it“ .coaching philosophy

He calls this „Easter Bunny Pedagogy“: the coach hides the solution (stroke technique) in front of the player and later he suggests that the player has found the (given) solution by himself.

This nice video by a british Hurley coach may clarify that.
It helps to understand the difference between „constraints led coaching (CL)“ and „differencial learning (DL)“. The CL coach in this video has an idea of the best technique. And when it doesn’t come in this constraint (short racket) he changes or adds constraints („sit on a chair“) until he reaches his „skill goal“. Wolfgang Schoellhorn, who made many studies about differencial learning calls this method the „easter-bunny-pedagogy“. Schoellhorns studies say, that you should not think about an ideal technique but believe in the self-organization-abilitity of a biological system.

Both approaches („learning through changing framework conditions“ and „differential learning“) are models of ​​implicit learning. In explicit learning the coach believes in the idea of ​​a „textbook technique“. Often associated with this is the idea that for a successful performance the right technique must be present. The training and development of tactical situations is also subordinated to learning a „good technique“.

However, scientific studies show the benefits of implicit learning over explicit learning. In „constraints led coaching“ the framework conditions are changed to initiate implicit learning processes and to allow the players to develop the technique (playing with shorter rackets, changing the playing fields, using different balls, …).

Such changes in the framework conditions are also used in „differential learning“. One difference between CL and DL must be seen in the attitude of the coach. While in CL the coach has an idea of ​​the technology to be developed, which is based on the current textbook technique, which usually results from functional motion analysis. It should be noted that the functional motion analysis represents an exceptional situation in sports games. It describes solutions for an optimal energy conversion which is calculated independently of the constantly changing general conditions. In the reality of the (ball) game, the basic conditions for the execution of a stroke, a football kick, …. constantly change! No ball to play is like the other.

This is where DL starts. The creation of changing situations, including the intended incorporation of errors, creates variations in the performance of the movement and in tactical issues that allow players to develop an individual technique and individual tactical solutions. Everything that makes a difference makes a difference and ist the base for learning. Elements from the CL are part of this. Thus, the shortened tennis court leads to an expansion of the technique and tactic repertoire. While in CL the result of the learning process is already present in the objective and attitude of the coach to the learning outcome, this form of exercise in the DL is only one variation of the playing field, which „confuses“ the players‘ previous skills and play strategies and thus leads to new solutions. Those are completely open in DL, while exercise in the CL goes on until the coach expects the goal is reached. Also in DL games and exercise forms are not repeated, but constantly expanded.

Today, the DL is an often seen part of coaches education. The term is also found in the updated textbooks of the German Tennis Association. But obviously there are misunderstandings. In one example of the German Tennis Association’s online campus, the hitting of a tennis ball with the baseball bat is described as a „differential teaching method“. If, however, is explained in the accompanying text that the goal of this exercise is the learning of a shorter racket swing, then this is implicit, but it is goal-oriented, coach-oriented and therefore not differential!

Frohe Ostern liebe innercoaching-blog.de Freunde.

Das erinnert mich an ein Gespräch mit Wolfgang Schoellhorn in dem er mir die Unterschiede zwischen Differenziellem Lernen und einer versteckten, traditionellen „Ich-weiß-wie-es-geht“ Methodik zu erklären versucht.

Er verwendet den Begriff der „Osterhasen-Pädagogik“. Der Coach versteckt die für ihn zutreffende Lösung (Schlagtechnik) vor den Spieler*innen und suggeriert ihnen später, dass sie ja die (vorgegebene) Lösung selbst gefunden haben.

Dieses nette Video eines britischen Hurley-Trainers mag das verdeutlichen. Es wurde von Hugh John Gilmore als Beispiel für den constraints led approach auf der facebook Seite von  Coaching Science geteilt.

Beide Ansätze („Lernen durch veränderte Rahmenbedingungen“ und „Differenzielles Lernen“) folgen der Idee des impliziten Lernens. Im expliziten Lernen steht die Vermittlung der verbal formulierten Vorstellung von einer „Lehrbuchtechnik“ im Vordergrund. Oft ist damit die Idee verbunden, dass für eine gute Performance erst die richtige Technik vorhanden sein muss. Auch das Training und die Erarbeitung von taktischen Situationen wird dem Erlernen einer „guten Technik“ nachgeordnet.

Wissenschaftliche Studien zum impliziten Lernen zeigen aber die Vorteile dieses Ansatzes gegenüber dem expliziten Lernen. Beispiele sind hier Übungsbeispiele und Spielformen aus dem „Constraints led coaching“ und das obige Video zum Hurley.  Hierbei werden die Rahmenbedingungen geändert, um implizite Lernprozesse anzustoßen und den Spieler*innen die Entwicklung einer individuellen Technik zu ermöglichen. Dazu gehören das Spiel mit kürzeren Schlägern, eine Veränderung der Spielfelder, unterschiedliche Bälle, ….  Solche Veränderungen der Rahmenbedingungen werden auch im „differenziellen Lernen“ eingesetzt.

Der entscheidende Unterschied zwischen CL und DL lässt sich aber an der Haltung des Coachs erkennen. Während es im CL oft so ist, dass der Coach eine Vorstellung von der zu entwickelnden Technik hat, wobei er sich zumeist an der aktuellen Lehrbuchtechnik orientiert,  die sich wiederum in der Regel  aus der funktionalen Bewegungsanalyse ergibt. Hier ist darauf hinzuweisen, das die funktionale Bewegungsanalyse eine Ausnahmesituation in den Sportspielen beschreibt. Sie emittelt Lösungen für einen optimalen Energieumsatz, der aber unabhängig von den ständig wechselnden Rahmenbedingungen (siehe…) errechnet wird. In der Wirklichkeit des (Ball-)Spieles ändern sich die Rahmenbedingungen für die Ausführung eines Schlages, eines Fußballstoßes, ….aber  ständig. Kein zu spielender Ball ist wie der andere.

Hier setzt das DL an. Durch die Schaffung von sich dauernd ändernden Situationen, wozu auch der beabsichtigte Einbau von Fehlern gehört, entstehen Schwankungen in der Bewegungsausführung und in taktischen Problemstellungen, die den Spieler*innen die Entwicklung einer individuellen Technik und Lösungen für taktische Situationen ermöglichen. Alles was einen Unterschied macht, macht einen Unterschied und ist der Ausgangspunkt für Lernen. Elemente aus dem CL gehören da dazu. So führt der verkürzte Tennisplatz (implizit) zu einer Erweiterung der Technik und des Taktikrepertoires. Während nun im CL das Ergebnis des Lernprozesses schon vorher in der Zielsetzung und Haltung des Coaches zum lernergebnis präsent ist, ist diese Spielform im DL nur eine Variation des Spielfeldes, die die bisherigen Skills und Spielstrategien des Spieler*innen „verwirrt“ und dadurch zu neuen Lösungen führen kann. Welche das sind ist im DL völlig offen, während im CL so lange trainiert wird, bis die vom Coach erwartetet Zielform erreicht ist. Auch werden im DL Spiel- und Übungsformen nicht wiederholt, sondern ständig erweitert und vaiiert.

Heute gehört das DL beinahe in jede Trainer*innenfortbildung. Auch in den aktualisierten Lehrbüchern des Deutschen Tennisbunds finden sich der Begriff. Doch offensichtlich gibt es hier Missverständnisse. In einem Beispiel zum DL wird im Online Campus des Deutschen Tennisbunds das Schlagen eines Tennisballes mit dem Baseball-Schläger als „differenzielle Lehrmethode“ beschrieben. Wenn dann aber im Begleittext zugleich erklärt wird, dass das Ergebnis dieser Übung das Erlernen einer kürzeren Ausholbewegung sei, dann ist das zwar implizit, aber zielgerichtet, coach-orientiert und daher nicht differenziell.

 

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