Archiv der Kategorie: Nonlinear pedagogy

Wiederholen ohne zu wiederholen

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Ralf Rangnick, Red Bull Leipzig

„Es weiß ja inzwischen jeder Lernpsychologe, dass einen stures Wiederholen von ein und demselben Bewegungsablauf nicht wirklich richtig weiterbringt. Im Basketball gab es mal zwei Testgruppen: Die eine hat 5000 Mal von der gleichen Stelle geworfen, die andere 5000 Mal von einer immer leicht veränderten Position. Und jetzt raten Sie mal, welche Gruppe sich nachweislich um 20 bis 30 Prozent verbessert hat? Wir halten vom repetitiven Lernen der immer gleichen Situation eher weniger.“

(Ralf Rangnick, Sportdirektor beim Fußball-Bundesligisten RB Leipzig, 2016)

Talk talk talk – not so much

„Tennistraining ist häufig davon bestimmt, dass der Coach redet. Eines der Themen von Lernen ist jedoch, dass das Verhältnis von Reden zu Zuhören und Beobachten sich so ändern muss, dass von Coaches deutlich weniger geredet und viel mehr zugehört werden muss“.

„Tennis practice is often about the talking coach, but one of the topics of learning is that the ratio of talking to listening and watching needs to change so much that coaches need to talk less and listen much more“.

Implizites Lernen in der Ballschule

Erste Fortbildung zur Lizenzverlängerung beim Badminton Verband Rheinland ein voller Erfolg! 🏸💪

Für die Referenten Frercks Hartwig (TMS – die mobile Tennisschule) und Gregor Bennek stand die Fahrt nach Linz am Rhein an.

Am 26.05 wurde das ABC des Spielens für Grundschulkinder vorgestellt und am 27.05 ging es rund um das Thema der Rückschlagspiele. Ein tolles Wochenende mit sehr engagierten TeilnehmerInnen sorgte auch bei den Referenten für neue Impulse und Ideen.

Im Vordergrund der Theorievorträge stand u. a. das Thema des „impliziten Lernens“, das in den 4 Prinzipien der Ballschule fest verankert ist.

Nuhr und die Fehlerkorrektuhr

„Tennis auf der Tour kriege ich meistens nicht hin. Ab und zu lasse ich mir in …… bei der …..-Academy zeigen, was ich alles falsch mache. Die sind sensationell. Leider finden sie immer was Neues…“ (Dieter Nuhr)

Mit einer netten Werbekampagne mit ansprechenden Texten und Bildbeiträgen hat der Deutsche Tennisbund eine Initiative für den Tennissport gestartet.  Unter anderem gibt es Interviews mit Prominenten aus Sport und Gesellschaft zum Tennis und speziell zu ihrer eigenen Tennisperformance.

Interessant fand ich nun aus unserer Lern- und Lehrperspektive die Antworten von Comedian Dieter Nuhr. Auf die Frage, wie häufig er denn Tennis spiele, hat er mit obigem Satz geantwortet. Leider ist das die übliche Wahrnehmung von Tennisspieler*innen. Wenn der Trainer sie nach ihren Anliegen und Trainingszielen befragt sagen die meisten: „Sag mir meine Fehler und korrigiere sie.“

Das widerspricht nun doch sehr unserer Inner Coaching Trainingsphilosophie ;-). Zum einen führt die Fokussierung auf „Fehler“ zu einer negativen Denkschleife und zum anderen sind Fehler die Grundlage der Entwicklung. Diese Entwicklung wird von unseren Coaches unterstützt durch 1. Gespräche mit dem Spieler, 2. durch eine Fokussierung auf die Stärken und 3. durch die Unterstützung der Technik- und Taktikentwicklung durch Veränderung der Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen (constraints) ohne explizite Korrekturen und Anleitungen.